
Trübes Wetter
Es ist ein stiller Regentag,
So weich, so ernst und doch so klar,
Wo durch den Dämmer brechen mag
Die Sonne weiß und sonderbar.
Ein wunderliches Zwielicht spielt
Beschaulich über Berg und Tal;
Natur, halb warm und halb verkühlt,
Sie lächelt noch und weint zumal.
Die Hoffnung, das Verlorensein
Sind gleicher Stärke in mir wach;
Die Lebenslust, die Todespein,
Sie ziehn auf meinem Herzen Schach.
Ich aber, mein bewußtes Ich,
Beschau´ das Spiel in stiller Ruh,
Und meine Seele rüstet sich
Zum Kampfe mit dem Schicksal zu.
Gottfried Keller, 1819 – 1890

Wasser ist der Ursprung von allem.
Thales von Milet, um 625 – 545 v. Chr.

Nur der erste Schritt macht Schwierigkeiten.
Marie Anne, Marquise du Deffand, 1697 – 1780

Warum uns das Plötzliche oft überrascht? …
Weil uns das Allmähliche entging.
Otto Weiß, 1849 – 1915

Weg an sich ist nichts,
Ziel an sich ist nichts.
Eins steht erst da durch das andere.
Paul Richard Luck, 1880 – 1940

Ich bin ein Teil von allen, denen ich begegnet bin.
Alfred Lord Tennyson, 1809 – 1892

Der geschenkte saure Apfel gilt für süß.
Aus Lettland

Unser Glück ist nicht fern von uns,
sondern in uns selbst und in unserem Willen.
Julius Waldemar Grosse, 1828 – 1902

Wer um Schatten auf seinen Wegen zu scheu herumgeht,
geht nicht weit.
Wilhelm Raabe, 1831 – 1900

Wer niemals träumt, verschläft sein schönstes Leben.
Friedrich Rückert, 1788 – 1866